Kaffee nimmt in der Rangliste der Weltwirtschaftsgüter den 2. Platz hinter Erdöl ein. Dies verdeutlicht, welchen Stellenwert Kaffee im internationalen Handel einnimmt. Kein anderes Getränk wird so häufig konsumiert wie Kaffee.
Jedoch gibt es beim Kaffee, wie auch beim Wein enorme Unterschiede in Bezug auf die Herkunft, Qualität, Sorte, Geschmack, Röstung, u.v.m.
Haben Sie nicht auch schon einmal in Ihrem Bekanntenkreis gehört oder sogar selbst schon erlebt, dass mancher Kaffee zu bitter oder zu stark schmeckt? Oder dass man von Kaffee Magenprobleme, Sodbrennen oder Schlafstörungen bekommt?
Um diesen Aussagen etwas näher auf den Grund zu gehen, ist zunächst einmal folgendes wichtig zu wissen:
Es gibt beim Rohkaffee im Wesentlichen zwei unterschiedliche Sorten, welche auf dem Kaffemarkt bedeutend sind, Arabica und Robusta! Innerhalb dieser Rohkaffeesorten gibt es weitere Differenzen bezüglich Qualität, Geschmack, Herkunft, etc.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Arabica und Robusta sind dabei:
Im Allgemeinen kann man sagen: Je höher die Anbaulage, desto besser die Qualität!
Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen diesen beiden Sorten ist der Preis. Robusta-Sorten werden zu einem erheblich niedrigeren Preis gehandelt, als Arabica-Bohnen. Der Weltmarktpreis für Arabica Kaffee wird an der New Yorker Börse bestimmt, während für die Robusta-Sorten ist die Londoner Börse zuständig. Robusta Kaffee ist erheblich billiger als Arabica Kaffee.
Dieser Preisunterschied erklärt, weshalb einige Kaffeeanbieter, einen ökonomischen Vorteil in der Beimischung von Robusta-Sorten sehen.
Besonders hoch ist der Robusta Anteil oft in italienischen Kaffeesorten, dort wird der Geschmack von Robustas häufig als typisches Merkmal für "den" italienischen Espresso-empfunden. Ein Kaffeekenner wird dem jedoch kaum zustimmen können, da Robusta geschmacklich minderwertig und von minderer Qualität ist sowie sich negativ auf die Gesundheit auswirkt.
*Merkmale für Robusta sind:
Chlorogensäure verursacht Sodbrennen und Magenschmerzen. Zuviel Koffein führt zu Zittern, Unwohlsein bis zum Schweißausbruch, Herzflattern und Schlaflosigkeit, erhöhtem Stoffwechsel und Harndrang. (*Auszug aus dem Buch "Kaffee" von Leopold Josef Edelbauer)
Kommen Ihnen diese Merkmale bekannt vor?
Leider gibt es in Europa keine Auszeichnungspflicht für Kaffee welche vorschreibt, dass darauf hingewiesen werden muss, ob Arabica und/oder Robusta Sorten in der Verpackung enthalten sind. Ebenso wird nicht selten auf die Angabe der Herkunft des Kaffees verzichtet. Als Verbraucher kann man deshalb nur nachfragen und hoffen, dass man einen kompetenten Verkäufer gefunden hat, welcher darüber Bescheid weiß.
Um einen guten und bekömmlichen Kaffee zu genießen, sollte man demnach zunächst darauf achten, dass die gewählte Kaffeemarke aus 100% Arabica-Sorten besteht!
Darüber hinaus gilt es jedoch noch eine ganze Menge zu beachten damit der Kaffee auch tatsächlich zum Genuss wird. Faktoren wie z.B. Mahlgrad, Inhaltsstoffe des Wassers, Dosierung, Brühtemperatur und die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffee, sind für eine gelungene Zubereitung von entscheidender Bedeutung.
Erst das harmonische Zusammenspiel dieser Komponenten garantiert den erwünschten edlen Kaffeegenuss.
Bei der Zubereitung können im Wesentlichen drei verschiedene Arten unterschieden werden, der türkische Kaffee, die Filtermethode und der Espresso.
Für die Karlsbader Porzellankanne sollte eine etwas gröbere Mahlung als für die Filtertüte gewählt werden. Die schonenste und beste Mahlmethode, ist natürlich die von Hand mit "Großmutters" Kaffeemühle. Hier kann der Mahlgrad individuell eingestellt werden und die Bohnen werden schonend gemahlen ohne die Kaffee zu erwärmen (führt zu Aromaverlust).
Es ist zudem enorm wichtig, die "richtige" Kaffeemenge abzuwiegen. Für die Filtermethode bewährt sich folgende Dosierung: Für die erste Tasse 10 Gramm und für jede weitere Tasse 6 Gramm dazu.
Wichtig ist auch, dass der Kaffee nach dem Durchlauf unverzüglich von der Wärmeplatte genommen wird, denn das sog. Warmhalten vermindert die Qualität erheblich.
Der Kaffee sollte möglichst schnell konsumiert werden, da er nach ca. 20 Minuten ebenfalls an Qualität und Aroma verliert. Um den vollen Geschmack genießen zu können, sollte der Kaffee auch nicht zu heiß getrunken werden.
Ein hochwertiger Kaffee schmeckt übrigens auch lauwarm oder kalt!
Zum Verfeinern eignet sich für den Kaffee am besten frische Schlagsahne, auf keinen Fall Kondensmilch! Vollmilch ist für den Kaffee eigentlich zu hart und sollte mit Sahne vermischt werden (60% Sahne/40% Vollmilch). Bitte keine haltbare Milch oder haltbare Sahne verwenden, der Geschmacksunterschied ist enorm. Probieren Sie es doch einfach mal aus!
Zum Aufbewahren lässt man den Kaffee am besten in der Originalverpackung und verschließt diese in einer Aufbewahrungsbox. Die Kühlschrankaufbewahrung ist nicht empfehlenswert, da der Kaffee hier zu leicht die Gerüche anderer Lebensmittel annehmen kann.
Nehmen Sie sich Zeit für die Zubereitung Ihres Kaffees, ganz besonders am Morgen und Sie werden mit guter Laune in den Tag starten.
Michael Herrling
Sollten Sie weitere Informationen und Tipps zum Thema Kaffee und Kaffeemaschinen benötigen, dann können Sie mich gerne telefonisch unter 0751-35 29 776 oder per E-Mail kontaktieren.
Weitere Kaffeebeiträge finden Sie auch in meinem MARKTPRAXIS Blog unter der Rubrik Kaffee.